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Gewässerunterhaltung

Der Abwasserverband Main-Taunus nimmt auch die seinen Mitgliedskommunen obliegende Verpflichtung zur Unterhaltung von Gewässern II. und III. Ordnung in den Einzugsgebieten des Schwarzbaches, des Liederbaches und des Sulzbaches wahr.

Die politischen und gesetzgeberischen Zielvorgaben für die Gewässerunterhaltung haben sich in den vergangenen 50 Jahren grundlegend gewandelt. Standen in früheren Jahren vor allem die Erhaltung und Schaffung eines geordneten Wasserabflusses sowie die Sicherung des Gewässerbettes im Vordergrund der Anstrengungen, so liegt heute der Schwerpunkt der Bemühungen in der Erhaltung und Verbesserung des natürlichen Erscheinungsbildes sowie der ökologischen Funktionen des Gewässers. Besondere Bedeutung kommt dabei der biotopverbindenden Funktion der Gewässer und ihrer Ufervegetation zu, die es möglichst durchgängig wieder herzustellen bzw. zu erhalten gilt.

Neben den wasserrechtlichen Vorgaben enthält auch die Naturschutzgesetzgebung Bestimmungen, die die Uferbereiche von Gewässern mit samt ihrer Tierwelt in besonderer Weise schützen sollen. So ist mit Rücksicht auf das Brutverhalten von Wasservögeln ein eventueller Pflegeschnitt der Ufervegetation nur in der Zeit vom 01. Oktober bis zum 28. bzw. 29. Februar zulässig. Pflegemaßnahmen müssen auf die dauerhafte Erhaltung und Entwicklung der Ufervegetation als biotopverbindender Lebensraum abzielen. Deshalb werden notwendige Pflegemaßnahmen stets mit den Naturschutzbehörden abgestimmt.

Aufgrund dieser Rechtslage muss der Abwasserverband Main-Taunus den immer wieder von Gewässeranliegern vorgetragenen Wünschen nach einem weitergehenden Rückschnitt oder gar einer Beseitigung des Uferbewuchses äußerst restriktiv begegnen. Nur in seltenen Fällen, wenn Gefahr im Verzuge ist oder überwiegende Gründe des Wohls der Allgemeinheit es erfordern, kann solchen Wünschen entsprochen werden.

Umfangreiche Gewässerrenaturierungs- und -ausbauarbeiten, die eines wasserrechtlichen Genehmigungsverfahrens bedürfen, werden nur im Einvernehmen mit den jeweils betroffenen Mitgliedskommunen und auf deren Kosten durchgeführt. Auf Kosten des Verbandes werden solche Maßnahmen nur insoweit ausgeführt, wie sie als Ausgleich für Eingriffe des Verbandes in Natur- und Landschaft im Rahmen der Abwasserbeseitigung oder des vorbeugenden Hochwasserschutzes dienen. Vorzugsweise kommen dabei Ausgleichsmaßnahmen in Betracht, die der Strukturverbesserung des Gewässers und der Beseitigung von Wanderhindernissen für Fische dienen und die den Zielsetzungen der Wasserrahmenrichtlinie entsprechen.

Reinigungsarbeiten und kleinere Unterhaltungsarbeiten führt der Verband mit eigenem Fachpersonal durch, das im Rahmen von Gewässernachbarschaften regelmäßig geschult und in die Zielsetzung der Gewässerpflege eingewiesen wird. Umfangreichere Maßnahmen werden nach Ausschreibung an Fachfirmen vergeben und vom Verband beaufsichtigt.