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Abwasserverband Main-Taunus

Abwasserreinigung


Seit über 60 Jahren führt der Verband die überörtliche Sammlung und Weiterleitung des in der Mischkanalisation der Ortsnetze (ca. 250.000 Einwohnerwerte) seiner Mitgliedskommunen und Mitglieder anfallenden Abwassers zu den jeweiligen Abwasserreinigungsanlagen durch.

Dazu gehören auch die Vorentlastung der Verbindungssammler und Abwasserreinigungsanlagen durch Regenüberlaufbecken bzw. Regenentlastungsanlagen. In 9 verbandseigenen Abwasserreinigungslangen wird das Abwasser von 120.000 Einwohnerwerten gereinigt. Das Abwasser von weiteren 130.000 Einwohnerwerten wird über 2 Verbindungssammler in 2 Mess- und Übergabebauwerken an die Stadt Frankfurt zur Reinigung in deren Abwasserreinigungsanlage Sindlingen weitergeleitet.

Der Verband berät seine Mitglieder in Abwasserfragen und überwacht die gewerblichen Abwassereinleitungen zum Schutz seiner Betriebseinrichtungen und der als Vorfluter dienenden Gewässer. Er betreibt in seinem rund 75 km langen Gruppensammlernetz 54 Regenüberlaufbecken und Entlastungsbauwerke, 9 Abwasserreinigungsanlagen, 5 Abwasserpumpwerke und 2 Mess- und Übergabestellen.

Während in den Einzugsgebieten des Sulzbaches und des Liederbaches (ehemaliges Verbandsgebiet Abwasserverbandes Vordertaunus), ein zentrales Abwasserbeseitigungssystem umgesetzt worden ist, wobei eine Stilllegung früherer kleinerer Abwasserreinigungsanlagen zu Gunsten einer zentralen Weiterleitung an die Abwasserreinigungsanlage Sindlingen der Stadt Frankfurt stattgefunden hat, wurde im ehemaligen Verbandsgebiet des Schwarzbachverbandes Main-Taunus in Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden ein dezentrales Abwasserbeseitigungskonzept realisiert. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile.

Das dezentrale Abwasserreinigungskonzept im Schwarzbachgebiet beinhaltet eine ortsnahe Reinigung des Abwassers in relativ kleinen Abwasserreinigungsanlagen im jeweiligen Entstehungsgebiet und führt zu einer frühzeitigen Wiedereinleitung des gereinigten Abwassers in das jeweilige als Vorfluter dienende Gewässer. Dadurch erreicht man in kleineren Nebengewässern eine gute Wasserführung über das ganze Jahr hinweg und vermeidet ein partielles Trockenfallen in den Sommermonaten.
Demgegenüber kommt es insbesondere im Bereich des Liederbaches als Folge des dort realisierten zentralen Abwasserbeseitigungskonzeptes während anhaltender Trockenzeiten in den Sommermonaten zu einem partiellen Trockenfallen des Liederbaches. Im Sulzbachgebiet wird das partielle Trockenfallen durch die Einleitung aus der Abwasserreinigungsanlage Kronberg vermieden, die nicht zum Verbandsgebiet gehört.
Alle 9 verbandseigenen Abwasserreinigungsanlagen sind ebenso wie die Abwasserreinigungsanlage Frankfurt-Sindlingen in der Lage, das anfallende Abwasser anforderungsgerecht mechanisch, biologisch und chemisch nach dem aktuellen Stand der Technik zu reinigen, so dass es den nächstliegenden natürlichen Gewässern wieder zugeführt werden kann.

Regenwasserbehandlung

Das in den vorgelagerten Ortsnetzen anfallende Schmutzwasser wird zusammen mit dem bei Regenwetter zulaufenden Oberflächenwasser in einem gemeinsamen Mischwasserkanal der zugeordneten Abwasserreinigungsanlage zugeführt. Der Mischwasserabfluss kann im Regenwetterfall das ca. 20- bis 30fache der bei Trockenwetter anfallenden Schmutzwassermenge betragen.

Aus wirtschaftlichen Gründen und, weil die in der biologischen Abwasserreinigung wirksamen Mikroorganismen empfindlich auf eine stoßweise Veränderung ihrer Lebensbedingungen reagieren, kann auf den Abwasserreinigungsanlagen im Regenwetterfall in der Regel nicht mehr als die 2-3fache Trockenwettermenge behandelt werden. Alles darüber hinausgehende an Mischwassermenge muss dann in vorgelagerte Becken zwischengespeichert werden und kann erst nach Regenende der Anlage zugeführt werden.

Als Speicher dienen Regenüberlaufbecken die auf den Kläranlagen oder in der vorgeschalteten Kanalisation positioniert sein können. Bei großen Zulaufsammlerlängen dienen die Regenüberlaufbecken auch dazu, die erforderlichen Querschnitte der Zulaufsammler zu verringern.

Die Regenüberlaufbecken und sonstigen Regenentlastungseinrichtungen einer Mischkanalisation werden nach vorgeschriebenen Bemessungsregeln so dimensioniert, dass nur im Ausnahmefall bei Starkregen das dann überschüssige und stark regenverdünnte Mischwasser mechanisch vorgereinigt in den Vorfluter gelangen kann. In aller Regel hat der Vorfluter aufgrund des Regenereignisses zu diesem Zeitpunkt eine gute Wasserführung, die eine noch weitergehende Verdünnung des vorbehandelten Mischwasserzulaufs bewirkt.



Mechanische Abwasserreinigung

Im Idealfall durchläuft das Abwasser bei ausreichenden Gefälleverhältnissen eine Anlage in freiem Gefälle. Dieser Idealfall kann aber in der Regel nicht vorausgesetzt werden. Deshalb befinden sich an verschiedenen Stellen der Anlagen Pumpwerke unterschiedlicher Art für Abwasser, Schlamm, Fett, Sand und Sonstiges.

Das in der Kläranlage ankommende und im Regenwetterfall auf die 2-3fache Trockenwettermenge reduzierte Abwasser wird in der mechanischen Abwasserreinigung von seinen groben Inhaltsstoffen befreit.

Im ersten Schritt werden in einer automatischen Rechen- oder Siebanlage alle groben Inhaltsstoffe entfernt, gewaschen, gepresst und in einen Container abgeworfen.

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